Weil Zeit einmalig ist ...

by  baeredel

Was Du nicht willst, das man Dir tu´... das füg´ auch keinem andern zu!

Damals,

kurz nach Weihnachten, hatte ich ihn gefunden.

 

Er saß allein auf einer Kellertreppe in einem Ärzte-Hochhaus.

 

        … ein kleines schwarzes Bündel.

 

           Dunkle Glutäuglein perlten mich feucht an.

 

           Leise  winselte er kläglich.

           Und sein kleiner Körper zitterte wie Espenlaub.

 

           Fragend, nein bittend, sah er mich an. -

 

Da nahm ich ihn auf. Viel mehr, als eine Hand füllte er nicht. - Sein Bäuchlein war kahl. Sein kleiner Rücken trug einen Hauch von dünnem schwarzen Fellchen, das ihn unmöglich vor der winterlichen Eiseskälte schützen konnte.

 

Ich merkte, daß die Wärme meiner Hand  dem kleinen Wesen gut tat.

 

Während ich den Kleinen in meinen Armen schaukelte, überlegte ich, wer ihn wohl an dieser Stelle vergessen haben könnte:

 

> >>Natürlich…, das schien die Lösung zu sein:

 

           Wahrscheinlich hatte ein Kind den Kleinen

           da sitzen lassen und war zur Mama gelaufen,

           um ihr etwas zu erzählen…<<<

 

Ich wartete also…

 

           und wartete …

 

                      und wartete …

 

 

Niemand kam.

Keiner schien den kleinen Kerl zu vermissen.

 

Nach etwa einer Stunde des Wartens entschloss ich mich, durch das Ärztehaus zu laufen, um zu erkunden, zu wem dieser Kleine wohl gehören würde.

 

Diese Wege hätte ich mir allesamt sparen können.

 

Niemand wusste von ihm.

… und noch schlimmer: Niemand fühlte sich zuständig!

 

So dachte ich mir: Wenigstens habe ich in allen Ärztepraxen meine Anschrift mitgeteilt und allen gesagt, dass dieses kleine Kerlchen nun bei mir zu finden sei.

 

Fester drückte ich den Kleinen an mich und hüllte ihn mit in meinen Mantel warm ein.

 

Draußen herrschte klirrende Kälte, doch der kleine

zitterte nun merklich weniger. Die herunterfallenden Schneeflocken kamen nicht an ihn heran und der eisige Wind konnte ihm nun auch nichts mehr antun.

 

Mir auch nicht. - Denn vor Empörung wurde mir ganz heiß, als es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel:

 

                      A u s g e s e t z  t

 

Der Kleine ist wahrscheinlich ausgesetzt.

· Nach Weihnachten ist es .

· Also wieder so ein unerwünschtes

· Weihnachtsgeschenk.

 

 

Ja, leider war es so.  Bis heute hat sich niemand gemeldet.

 

 

* * *

 

 

Diese verantwortungslosen Menschen,

die nicht fähig sein wollen,

Verantwortung zu übernehmen

und bis zum Ende zu tragen…

 

auch sie

werden ihre Taten

verantworten müssen

 

… eines Tages!

 

 

Mein Freund Teddy

 blieb bei uns.

 

Im Alter von 14 Jahren

wurde er Diabetes-Patient

und erreichte

mit guter Pflege

ein Alter von 17 Jahren.

 

Also

119 Hundejahre

erreichte

unser bester Freund!

 

Ich hielt ihn

in meinen Armen,

als er uns

verlassen musste.

 

 

 

 

            

 

 

  

„Teddy´s - Geschichte!“

 

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